Die Schweizer und ihr Land muss man einfach mögen. Neulich gab es eine besondere Interpunktion, als ich einen chirurgischen Kollegen am Telefon hatte. Es ging um einen Patienten mit einer akuten GIT-Blutung (warum ich neben dem Gastroenterologen auch den Chirurgen anrufen musste ist eine andere Geschichte). Er fragte zusammenhangslos dahin, wie man das eben mit Notfallassistenten so macht (vielleicht habe ich ja die Sozialanamnese vergessen). Nachdem wir uns mehrmals über die Vitalzeichen (stabil) und die Wünsche des Patienten unterhalten hatten, fragte er ob der Patient denn schockiert sei … ich muss gestehen ich habe mich zunächst über den Smalltalk gewundert und ca. 3 Minuten mit ihm weiter parliert, bis ich gemerkt habe was er meint. Zu meiner Entlastung muss gesagt werden, dass ich ihm zuvor mehrmals über die stabilen Vitazeichen einsch. Puls und Blutdruck berichtet hatte.
Den „schockierten Patienten“ im Sinne von „HF ++ / RR –“ hab ich auch schon von echten norddeutschen Urgesteinen gehört, das scheint keine schweizer Eigenart sondern einfach nur eine furchtbar antiquierte Ausdrucksweise zu sein.
Als ich das zum ersten mal gehört hab, musste ich aber auch erstmal um fünf Ecken denken, um zu kapieren, was der von mir will…
Die Schweizer sind also nicht allein … zum knuddeln. Gern mag ich auch „grillieren“ (normale Welt) und „staten“ (Spitaljargon für körpereliche Untersuchung).