Für den Fall, dass ein Sterblicher jemals diesen Blog lesen möge, ein paar Anmerkungen zu den aktuellen Tarfiverhandlungen des Marbuger Bundes in D:
Wie kommen Menschen, die laut der undifferenzierten Meinung vieler zur Hilfeleistung rund um die Uhr verpflichtet sind, dazu ein angemessenes Gehalt zu fordern? Noch dazu wo wir doch im Gesundheitswesen sparen müssen?
Ganz einfach, weil beide Annahmen zwar weitverbreitet, aber sachlich falsch sind: In der Bananenrepublik Deutschland regiert zwar schon länger merkelsches Mittelmass (MM), aber es handelt sich noch immer um eines der reichsten Länder der Erde. Warum sollten Ärzte also für professionelle Arbeit nicht ein angemessenes Honorar erhalten. Zumindest solange der Durchschnittsbürger sich Zigaretten, Zweitwagen, Eigenheim, zweimal Urlaub im Jahr leistet? Die derzeitigen Tariflöhne für Ärzte sind deshalb völlig inakzeptabel und die Forderung nach 10% mehr erscheint mir sehr bescheiden.
Und was den Zwang zu Sparen angeht: Gesundheit kostet Geld bzw. Ressourcen. Höhere Lebenserwartung und medizinisch-technischer Fortschritt kosten noch mehr Geld. Das gibts nicht billig. Wer also länger Leben und die Errungenschaften der modernen Medizin nutzen will, muss auch zahlen. Eine Politik, die den Menschen vorgaukelt, das gäbe es zum gleichen Preis wie vorher, wenn man nur spart, handelt wider besseres Wissen.
Tarifverhandlungen im Land der Bananen
April 15, 2008 von assistenzaerztin
emm… funny )